Alle Wege führen nach…

Ja, bekanntermaßen nach Rom. Auf den unterschiedlichsten Wegen kommst Du nach Rom. Egal ob im Bus, im Zug oder im Flieger. Du hast die Wahl. So ähnlich verhält es sich mit der Destination „Hotellerie“. Du hast Dich nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen, Karriere in der Hotellerie zu machen. Die Wege, um Dein Ziel zu erreichen könnten in dieser Branche kaum vielfältiger sein. Die gute Nachricht: Kein Weg ist besser oder schlechter als der andere. Es ist Dein Weg und Du kannst den Weg auswählen, der am besten zu Dir passt.

Welcher Weg passt am besten zu Dir?

Du kannst eine klassische Ausbildung im Hotelfach, im Restaurantfach oder als Koch absolvieren. Wie die Ausbildungen ablaufen, haben wir Dir bereits in den vergangenen Blog Beiträgen erläutert. Dieser Klassiker schafft eine solide Basis für Deinen beruflichen Weg.

Ein anderer Weg ist der Quereinstieg bzw. der Direkteinstieg. Leidenschaftliche Persönlichkeiten, die durch ihren Einsatz und ihre Leistung überzeugen, werden auch ohne Hotelfachausbildung mit Kusshand eingestellt und gefördert. Je nach Betrieb gibt es die Möglichkeit interne Schulungen und Weiterbildungen wahrzunehmen.

Solltest Du Dich -aus finanziellen Gründen zum Beispiel- für den Direkteinstieg entschieden haben, so steht es Dir zu einem späteren Zeitpunkt noch immer frei, Deinen Berufsabschluss nachzuholen. Oder Du möchtest Dich nicht auf einen Betrieb festlegen, sondern flexibel bleiben. Praxiserfahrung aus den verschiedenen Bereichen kannst Du Dir auch in unterschiedlichen Betrieben aneignen. Service & Küche in Deinem Lieblingsrestaurant? Housekeeping im 5* Hotel? Empfang auf einem Kreuzfahrtschiff? Das ist alles möglich. Dank der Option zur externen Prüfung bei der Handelskammer. Die Berufserfahrung zählt!

Von der Kneipe in Schwerin zum 5* Resort auf Sylt

Wir möchten Dir jetzt aber nicht erklären, wie das in der Theorie aussehen kann. Stattdessen greifen wir uns ein lebendiges Beispiel. Unser Paradebeispiel heißt Jan Steffen. Jan ist der Initiator der Nacht der Hotellerie. Er selbst hat sich damals für den ungeraden und gleichzeitig aber flexiblen Weg entschieden. Warum? Weil er alles auf einmal wollte: ein Studium, eine Ausbildung mit IHK zertifiziertem Abschluss und Berufserfahrung. Was hat er also getan? Er hat sich an der Hochschule in Schwerin eingeschrieben, um Hotel und Tourismus Management zu studieren. Die Hochschule organisierte auf seinen Wunsch hin Unterricht in der Berufsschule. Die lesungs- und unterrichtsfreien Zeiten nutzte er für den Praxisteil. Dabei war es Jan wichtig, direkt unterschiedliche Unternehmensformen kennen zu lernen, statt sich auf einen Praxispartner fest zu legen.

Wie sah das in der Umsetzung also aus? Für seine Praxiserfahrung in den Bereichen Küche, Service, Bankett und Housekeeping arbeitete er im A-ROSA Resort Bad Saarow bei Berlin. Seine Front Office Kenntnisse holte er sich an Bord der A-ROSA Flussschiffe auf der Donau. Und Bar? Ja, Kneipe „studiert“ hat er nach den Vorlesungen in der Schweriner Kultkneipe Zum Freischütz. „Da habe ich erfahren wie unglaublich cool man im Gastro Team arbeiten kann. Hier habe ich sehr viel fürs Leben mitnehmen können und möchte diese Zeit keinesfalls missen.“ Am Ende – nach 3,5 Jahren – hat er sich zur externen IHK Prüfung angemeldet und seinen Titel als ausgebildeter Hotelfachmann erhalten. Das Studium hat er ebenfalls erfolgreich abgeschlossen. Etwa sechs Jahre nach seiner Karriere im Freischütz erreichte er seinen persönlichen Höhepunkt auf seinem Berufsweg in der Hotellerie. Er wurde gebeten die Neueröffnungsphase eines 5* Resorts auf Sylt zu leiten, was er auch tat.

Ist das der ultimative Königsweg?

Fakt ist, in der Hotellerie gibt es keinen ultimativen Königsweg. Jeder hat eine andere Geschichte und jeder geht den Weg, den er für sich für richtig erachtet. Für Jan war dies der richtige Weg. Er hat sich für diesen Weg entschieden und ihn in keiner Sekunde bereut. Welche Vorteile sieht er darin? „Ich konnte volle Flexibilität ausleben, Geld verdienen und dabei auch noch reisen. Als großen Mehrwert habe ich das Kennenlernen der unterschiedlichen Unternehmensformen in der Branche empfunden. So konnte ich ständig meine Skills erweitern und fürs Leben lernen. Außergewöhnliche Situationen und Herausforderungen hauen mich heute nicht so schnell um.“ Wer sich für diese Art der Ausbildung entscheidet muss schon sehr selbstständig sein und eigeninitiativ agieren. Somit ist es für diejenigen, die sich lieber von vorgegebenen Strukturen leiten lassen, eher ungünstig.

Abschließend möchte Jan noch einen anderen persönlichen -nicht zu verachtenden- Erfolg kundtun. Neben seiner Laufbahn in der Hotellerie brachte Jan das Kölsch nach Schwerin. Ein Erfolg, der noch heute in seiner rheinischen Geburtsstadt große Anerkennung findet, wie er sagt. Mehr geht nicht, würde ich sagen.

Über den Verfasser: Michela Ivano – Head of Projects & Escapology / eto Personalmarketing GmbH

Nach Abschluss der Berufsausbildung zur staatlich anerkannten Fremdsprachenkorrespondentin zog es Michela ins Ausland. Sie startete ihre Laufbahn in der Kreuzfahrtbranche und in der Hotellerie, wo sie unter anderem im Guest Relations Bereich verschiedener Kreuzfahrtschiffe, in 5* Hotels auf Zypern und in der Schweiz tätig war. Nach Beendigung ihrer Schiffskarriere bei einer renommierten US-amerikanischen Reederei unterstützte Michela das Resort Management einer NGO betriebenen Anlage in Ghana mit Mitarbeiter-Trainings und der Entwicklung von Schulungskonzepten. Danach verlegte sie ihr Wirken zurück in die – diesmal landbasierte – Cruise Industry. Für unterschiedliche Hochsee- sowie Flussschifffahrtsreedereien und -Veranstalter war sie unabhängig voneinander in den Bereichen Reservierung, Marketing, Human Resources, Recruiting, Produktmanagement sowie Hotel Operations tätig.